Kabelinternet läuft über dieselbe Leitung wie das Kabelfernsehen. Wo sie liegt, ist es meist der schnellste Anschluss, der ohne Tiefbau zu haben ist. Wo sie nicht liegt, hilft kein Anbieter der Welt.
Wie der Anschluss ins Haus kommt
Beim klassischen DSL-Anschluss läuft das Internet über die Telefonleitung aus Kupfer, dieselbe Doppelader, über die früher nur telefoniert wurde. Beim Kabelanschluss läuft es über das Koaxialkabel des Fernsehnetzes. Beide Netze wurden für etwas anderes gebaut und nachträglich für Daten ertüchtigt; der Unterschied liegt darin, wie viel dabei herauskam.
Im Kabelnetz führen heute Glasfasern bis in die Nähe des Wohngebiets, und erst das letzte Stück ins Haus ist Koaxialkabel. Weil dieses Kabel für Fernsehsignale ausgelegt war, hat es von Haus aus sehr viel mehr Bandbreite als eine Telefonleitung. Das ist der Grund, warum Kabelanschlüsse hohe Geschwindigkeiten erreichen, ohne dass jemand die Straße aufreißen müsste.
Wie schnell Kabel ist
In den hier ausgewerteten Daten reichen die Kabeltarife bis 1.000 MBit/s im Download. Angeboten werden sie von Vodafone, o2 und PYUR.
Der Upload ist bei Kabel deutlich niedriger als der Download, meist ein Bruchteil davon. Das liegt an der Aufteilung des Frequenzbands: Es wurde für ein Netz entworfen, das Fernsehen ins Haus liefert und kaum etwas zurücknimmt. Wer viel hochlädt, ob Videokonferenzen, Sicherungen in die Cloud oder eigene Videos, merkt das. Glasfaser bis ins Gebäude hat diese Schieflage nicht.
Ein geteiltes Medium
Der wichtigste Unterschied zu DSL steht selten im Prospekt: Beim Kabelanschluss teilen sich die Haushalte eines Segments die Bandbreite des Kabelstrangs. Fachsprachlich heißt das Shared Medium. Zu Stoßzeiten, abends also, wenn die Nachbarschaft streamt, kann die tatsächlich ankommende Geschwindigkeit deshalb unter dem liegen, was der Tarif verspricht.
Bei DSL ist das anders: Dort führt eine eigene Leitung von der Vermittlung zum Haus, und der Nachbar nimmt nichts weg. Dafür sinkt bei DSL die Bandbreite mit der Länge der Leitung. Wer weit von der Vermittlungsstelle entfernt wohnt, bekommt weniger, ganz gleich welchen Tarif er bucht.
Welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen
Im Haus braucht es eine Multimedia-Antennendose, die mit drei Anschlüssen statt zwei. Fehlt sie, tauscht sie der Techniker des Anbieters beim Anschalten. An die Dose kommt das Kabelmodem, daran hängen Rechner, Telefone und das WLAN. Mehr ist es nicht; ein Kabelanschluss ist in der Regel an einem Termin eingerichtet.
Die eigentliche Frage ist deshalb nicht die Technik im Haus, sondern ob das Kabelnetz in der Straße überhaupt liegt. Das Fernsehkabelnetz wurde vor allem in Städten und größeren Gemeinden verlegt und in ländlichen Gegenden vielerorts gar nicht. Daran ändert sich auch nichts mehr: Wo heute kein Kabel liegt, wird keines mehr gelegt. Dort ist Glasfaser die Antwort, oder Mobilfunk, oder Satellit.